entropía

juggling makes me experiment. if the experiments are working, great! if they don’t work, great! - the patterns that happen by chance have their own beauty and significance.


am i the juggler or do i get juggled?
 the balls are growing inside my head – how many fit inside?
complex ball-pyramids are constructed , only to be destroyed in time.
 stars are colliding, quantums are fluctuating and after the big bang there comes the big crunch...it doesn't matter...now...just now the light is shining, the stage is black, my skin is sweaty, the balls are laying on the floor and someone in the audience is coughing.


„entropía“ is a virtuoso, minimal, meditative, ecstatic, metaphorical juggling solo in a melancholic atmosphere mixed with glimpses of hope.

©jojiwakita
©jojiwakita

Presse

„Waren es 144? Wäre logisch. Doch zum Zählen waren es zu viele. Also unzählige. Weiße Jonglierbälle. Auf dem Boden. In der Luft. Amalgamhaft verschmolzen mit dem Körper des Performers Stefan Sing - oder diesen umkreisend wie Monde in der Schwebe gehalten von unerklärlichen Kräften. Entropía von Stefan Sing wird zum vorläufigen Höhepunkt des Winterfests erklärt.
 Haben die Haupt-Produktionen des Winterfests 2018 im Volksgarten bislang auf Tumult und Getöse gesetzt, offenbarte sich auf einem „Nebenschauplatz“, welch experimentelles Potential zeitgenössische Zirkuskunst haben kann. 
Im Rahmen der Programmschiene Kaleidoskop präsentiert das Winterfest österreichische und deutsche Zirkuskünstler und Performer, wie am Freitag (7.12.) im Toihaus den Deutschen Jongleur Stefan Sing mit Entropía.
 Wenn man mit Wikipedia folgt und „Entropie“ als ein „Maß für die Unkenntnis des Zustands aller einzelnen Teilchen“ betrachtet, kommt man schon recht weit in der Deutung. Denn was diese Teilchen, diese geschmeidigen weißen tennisballgroßen Entitäten mit ihrem Performer anstellen und warum, und was alle zusammen dem staunenden Publikum vorspielen an kosmischer Leugnung jeglicher Schwerkraft – das übersteigt jegliche Lust auf jegliche Deutung. Man überlässt sich dem Staunen. Und – noch mehr zum Staunen – der Stille.
 Kleine Pyramiden. Spiralen. Ley-Linien. Konzentration aller runden Objekte auf kleinstem oder deren gleichmäßige Verteilung auf den gesamten Raum. Geschmeidiges Folgen einzelner Bälle um Hände, Kopf, Arme, Beine oder Körper des Künstlers oder widerständiges Zusammentrotten mehrerer als davonrollende Herausforderung. Manchmal ist es fast ein Kampf: Das sind die wenigen Momente, in denen abstrakte elektronische Klänge zusätzlich Bedrohung suggerieren. Sonst ist es still im Universum, das Stefan Sing mit seinen Bällen entfaltet. Die stupende Geschmeidigkeit mit der der Künstler seinen Objekten dreidimensionale Gestalt verleiht, diese wieder auflöst, kaum dass die Elemente sich zur Gestalt verdichtet hatten, in der Luft und auf dem Boden jongliert, rollt, einfängt, wirft und gestaltet – atemberaubend. Atome und ihre Spaltung? Elektronen und ihre Anziehung und Abstoßung und all das in Beziehung gesetzt zum Menschen, der keineswegs Herr ist über das Ganze? Naturwissenschaftliche Begriffe drängen sich nur wegen des Titels Entropía auf. Der Abend, von dem es beim Winterfest keine Wiederholung mehr gibt, ist pure Poesie. Ist Stefan Sing mehr Performer und Tänzer oder doch mehr Jongleur und Artist? Alles zusammen und daher viel mehr: Ein Künstler, der sein staunendes Publikum mit scheinbar einfachen Mitteln in ferne Galaxien beamt. Ohne Warp-Antrieb.“
Drehpunktkultur.at, 10/12/18, Von Heidemarie Klabacher